Wie kam es zur Gründung des Siebenbürgisch Sächsischen Heimatmuseums

im Rathaus Mannheim Neckarau?


Nachdem die Siebenbürgisch Sächsischen Kulturtage im März 1987 in Mannheim mit einem Mammutprogramm, das über drei Wochen ging und ca. 15.000 Besucher verzeichnete und bei der Bevölkerung Mannheims und des Rhein-Neckar-Kreises einen besonderen Eindruck hinterlassen hatte, stattgefunden hatten:

  • Eröffnungsfeier im Kurfürstlichen Schloss Mannheim

  • Festgottesdienst in der Trinitatiskirche

  • Vorführung von drei Filmen über Siebenbürgen

  • Ausstellungen in der: Stadtsparkasse Mannheim, Bank für Gemeinwirtschaft, Landeskommunalbank, Stadtbücherei

  • Mannheim – Vogelstang und im Kaufhaus Hertie

  • Eine Woche lang: Kunsthandwerk in Siebenbürgen mit Vorführung sowie Siebenbürgisch Sächsische Küche im Restaurant Hertie

  • Vorführung des Theaterstückes „OSKAR“ durch die Strasserbühne

  • Zwei Vorträge in der Kunsthalle Mannheim

  • Das Konzert in der Christuskirche

  • Vortrag „Das Siebenbürger Märchen“ „Bunter Abend“ im Kulturhaus Mannheim - Käfertal mit Paul Rampelt, ergab sich die Frage von selbst, ob die Kreisgruppe Mannheim-Heidelberg nicht ein Siebenbürgisch Sächsisches Heimatmuseum einrichten sollte.

Daraufhin führten wir in den Jahren 1987 bis 1989 Gespräche mit dem damaligen Kulturbürgermeister der Stadt Mannheim, der Möglichkeiten sah, dafür einen Platz im Reißmuseum Mannheim zu bekommen. So begannen wir siebenbürgische Trachtenstücke, Schmuck und vieles mehr zu kaufen. Die passenden Möbel fanden wir in einigen Ortschaften von Rheinland Pfalz und Odenwald. Unter der Anleitung von Frau Grete Schiffbäumer haben – Traute Schuller, Jutta Kelp, Barbara Hamsea, Anni und Hans Wester die Möbel, die wir vorher ablaugen ließen, mit Original Motiven aus Siebenbürgen bemalt. Die Motive der ausgestellten Möbel stammen, bis auf den Schrank / Patrizier Barockschrank aus Hermannstadt, aus der Repser Gegend: Deutsch Weißkirch, Stein, Katzendorf, Meeburg und Draas.

Als wir alle Ausstellungsexponate beisammen hatten, war dann doch kein Platz im Reißmuseum. Danach kontaktierten wir die Heimatmuseen in den Stadtteilen Mannheims, was aber zu keinem Ergebnis führte. Da die Kreisgruppe nun im Besitz von vielen Siebenbürgischen Exponaten war, konnten wir am 01. März 1990 in der Bezirkssparkasse Schwetzingen und vom 9. Mai bis Ende August 1990 im Antiquitätengeschäft Hartmann in Mannheim, die Ausstellung „Deutsche Kultur in Siebenbürgen“ der breiten Öffentlichkeit präsentieren.

Im selben Jahr wurde in Ilvesheim ein neues Heimatmuseum gegründet. Da die Ilvesheimer aber noch nicht genügend Ausstellungsexponate besaßen, richteten wir im Januar 1991, auf Vermittlung der damaligen Direktorin des Reißmuseums - Frau Dr. Karin von Welck, die Ausstellung „Deutsche Kultur in Siebenbürgen“ in den schönsten Räumen des Heimatmuseums Ilvesheim ein, die jeden zweiten und vierten Samstag im Monat besichtigt werden konnte.

Vier Jahre später bauten wir die Ausstellung ab, weil erstens, die Ilvesheimer inzwischen selbst viele Gegenstände gesammelt hatten und den Platz dafür brauchten und zweitens, weil wir mit dem Theaterstück „Am Ihr uch Gläck“ / „Um Ehre und Glück“ drei Jahre lang auf Tournee gingen und die Möbel sowie verschiedene Exponate für die Bühneneinrichtung benötigten.  Anschließend fanden die Möbel eine Bleibe in den Räumen der Markuskirche Mannheim und die anderen Gegenstände bei uns zu Hause.

Wir gaben aber nicht auf nach Räumlichkeiten zu suchen. Sogar den damaligen Mannheimer Dekan Herrn Gernot Ziegler schrieb ich an uns bei der Suche nach geeigneten Räumen, im Bereich der Ev. Kirchengemeinde Mannheim, behilflich zu sein, um ein siebenbürgisch sächsisches Heimatmuseum einzurichten. Was auch zu keinem Erfolg führte. Die Suche ging also weiter und die Kulturbürgermeister von Mannheim und Heidelberg sahen keine Möglichkeit passende Räumlichkeiten für unser Heimatmuseum zu finden.

In den folgenden Jahren ergaben sich Änderungen im Rathaus Mannheim Neckarau. Die Polizei zog in ein neues Haus um und es wurden mehrere Räume frei. Daraufhin schrieb ich mehrmals an den Vorstand des Vereines „Geschichte Alt Neckarau“, die in den Räumen im Hinterhof schon ein Heimatmuseum eingerichtet hatten, ob es nicht irgendwie möglich wäre, dass wir unser Kulturgut in den frei gewordenen Räumen ausstellen könnten. Leider ohne Erfolg.

Weil ich das alte Rathaus in Neckarau weiterhin als den bestgeeigneten Platz für unser Siebenbürgisches Kulturgut hielt, rief ich im Dezember 2007 Herrn Christian Helmut Wetzel - den neu gewählten Vorsitzenden des Vereins Geschichte Alt-Neckarau e.V. - in dieser Angelegenheit an. Daraufhin sagte er mir, wir sollten einen schriftlichen Antrag an ihn schicken, er würde sich bei der Stadt Mannheim für unseren Vorschlag einsetzen.

Den Antrag, unterzeichnet von Hans Rampelt und mir, haben wir dann am 09. Januar 2008 abgeschickt. Nach kurzer Zeit teilte uns Herr Wetzel mit, dass es möglich sei und wir vereinbarten einen Termin für die Besichtigung der Räume, die sich im zweiten Stock des Rathauses befinden. Wir einigten uns für eine ehemalige Wohnung, mit Flur und drei Zimmern mit Gauben zur Rheingoldstrasse. Die Räume waren sehr renovierungsbedürftig, was uns aber nicht davon abhielt mit der Arbeit zu beginnen.

Hans Wester


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